Internationalismus*

von NN zuletzt verändert: 2010-11-27

Standardisierung in Europa

Die Festsetzung gemeinsamer Begrifflichkeiten und ihrer Bedeutung ist eine Grundvoraussetzung kultureller Interaktion. So war der Prozess der Normung seit jeher ein zentraler Bestandteil transnationalen und transkulturellen Austauschs. Im Europa des späten 18. Jahrhunderts wurde die Standardisierung jedoch erstmals von Grund auf systematisiert. Bemühungen, im großen Umfang Normen und Maßeinheiten festzusetzen, gewannen an Einfluss und stellten den Prozess der Standardisierung auf eine ganz neue Grundlage. Die gründliche Überarbeitung französischer Gewichts- und Längenmaße, die während einer historisch außergewöhnlichen Phase – der Französischen Revolution – begann, stellt den ersten Fall einer wissenschaftsbasierten und auf Konferenzen ausgehandelten Standardisierung dar. Dies wurde später die wichtigste Form, internationale Normen festzusetzen und aufrechtzuerhalten. Dieser Beitrag verfolgt die Standardisierung bis zu ihren Anfängen im Frankreich des 18. Jahrhunderts zurück und sucht zu erklären, warum gerade die Französische Revolution günstige Voraussetzungen für ein solches Vorhaben schuf. Dann werden die darauf folgenden, ersten Versuche einer internationalen Normung dargestellt. Schließlich soll die Standardisierung im 19. Jahrhundert kurz an drei Beispielen erläutert werden, die aus den Bereichen der Telekommunikation, der Zeitmessung und der Währungen stammen und jeweils unterschiedlichen Wegen zur Standardisierung folgten.

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